Da der Internationale Flughafen außerhalb von Caracas an der Atlantikküste liegt, ist die nächste Übernachtungsmöglichkeit ein Ort namens Catia la Mar. Wir mussten für die paar Meter vom Flughafen bis dorthin $15 pro Taxi zahlen, und wir brauchten zwei Stück, aber die Fahrer ließen nicht mit sich reden. Im Hotel hat meine Master-Card nicht funktioniert, ebenso die der Schweizerin, weshalb wir mit Benjamins Visa-Card für sie mitgezahlt haben ($15 pro Person).
Man merkt deutlich, dass Venezuela US-amerikanisch geprägt ist. Auf der Fahrt zu unserem US-typischen Motel haben wir zum ersten Mal seit drei Wochen einen McDonald's gesehen, und die echte Coca Cola, die wir gerade eben getrunken haben, schmeckt doch deutlich besser als das kubanische Imitat. Die Läden, die wir bisher gesehen haben, schienen voll von Waren, während es in Cuba oft große Verkaufsräume mit einem kümmerlichen Häufchen Waren gab. Insgesamt hat hier alles ein etwas westlicheres Feeling. Die Sprüche an den Wänden scheinen etwas authentischer; es gibt auch welche für und gegen Präsident Chávez. In Cuba dagegen sahen sie eher nach staatlich angeordneten Parolen aus, als nach freien Meinungsäußerungen von Individuen, so zum Beispiel ,,Sozialismus oder Tod``. Castro verzichtet aber darauf, sich selbst zu verherrlichen. Dazu verwendet er lieber Che Guevara oder den hierzulande weniger berühmten José Martí. Dieser war Schriftsteller und Aktivist für die Unabhängigkeit Cubas. Er fiel 1895 am Anfang des Kubanisch-Spanischen Unabhängigkeitskrieges und hat somit zwar im Kampf nicht sehr viel bewirkt, gibt aber ein glänzendes Beispiel an Patriotismus. Diese beiden werden zu Heroen verklärt, und man trifft überall auf Sprüche, Zitate oder Abbilder von ihnen.