< 02. Gyeongbokgung, Namdaemun ^ 01.-04. Seoul ^ 04. Hanog-Maeul, Jogyesa, Changdeokgung >

03. Umzug, Spaziergang

Bei Miriam und Andreas gibt es zum Frühstück Milch, Weißbrot mit Hefezopfgeschmack, Butter, Marmelade und Omelett sowie Scheibenkäse. Gegessen wird auf dem Boden mit niedrigem Tisch, während des Frühstücks läuft der Fernseher. Wir essen alle zusammen, nur der Vater der Familie gefehlt, da er heute nach Skandinavien geflogen ist. Die Koreaner schauen gerne Gameshows, ähnlich den bei uns üblichen.

Gegen 11:30 Uhr kommt Frau Hongs Freundin Im-Seon mit dem Auto, um uns abzuholen. Nach der Verabschiedung mit Gruppenfoto [Bild]Abschiedsfoto - mit Frau Hongs Schwägerin und ihren beiden Söhnen
Abschiedsfoto
und Schwarzwaldkalender, über den sich die Familie freut, fahren wir ungefähr eine Stunde innerhalb Seouls zur Wohnung von Im-Seon. Sie ist sehr nett, wie eigentlich alle Koreaner, die wir bisher kennen gelernt haben.

Unter Im-Seons Anleitung [Bild]Im-Seon zeigt Miriam - wie man Kimbab rollt
Im-Seon zeigt Miriam
bereiten wir unsere ersten Rollen Kimbab [Bild]Meine erste Kimbab-Rolle! -
Meine erste Kimbab-Rolle!
zu und essen sie dann zusammen mit Lamyeon (Nudelsuppe) und Miyeokguk (Algensuppe). Miyeokguk isst man hier in Korea zum Geburtstag, und auch Mütter essen es direkt nach der Geburt.

Etwas später bringt Lisa Richard und Philipp mit ihrem Gepäck vorbei. Wir zeigten ihr die Postkarten, die wir aus Freiburg mitgebracht haben. Sie gefallen ihr gut, und sie sucht sich ein paar heraus, die wir ihr schenken. Anschließend verabschieden [Bild]Abschiedsfoto - mit einem Bekannten und Lisa
Abschiedsfoto
wir uns von ihr.

Wir wohnen jetzt alle zusammen – nachdem wir ja die ersten zwei Tage getrennt untergebracht waren – bei Im-Seon. Auch ihre Wohnung ist in einem vielstöckigen Wohnkomplex, die Wohnung ähnelt sehr unserer vorherigen Unterkunft. Sie ist allerdings edler als die bisherige, auch ein neuer Computer mit schnellem Internet-Zugang ist vorhanden. Hier können Richard und Andreas ihre Digitalkameras entladen und werden die Bilder dann später auf CD brennen.

Neu sind auch die schrillenden Geräusche, die fortwährend durch die gesamte Wohnung schallen. Sie stammen von Maemis (Zikaden), etwa zwei Daumen großen, geflügelten Insekten. Da sie stets im Gezweig belaubter Bäume zu sitzen pflegen und direkt vor den Wohnungsfenstern [Bild]Bei Im-Seon - Blick aus dem Hauptzimmer
Bei Im-Seon
eine ganze Reihe solcher Bäume steht, ist ab Sonnenaufgang, wenn die Schreckschrauben mit ihren kommunikativen Anstrengungen beginnen, keine Ruhe mehr zu finden. Allerdings gewöhnt man sich mit der Zeit an diese Geräuschkulisse und nimmt sie gar nicht mehr wahr.

Wir dürfen in den Zimmern von Im-Seons Söhnen Jae-Dong, der gerade in Berlin ist, und Su-Dong, der für uns auf sein Bett verzichtet, schlafen. Im-Seon schläft sowieso in traditioneller Weise auf dem Boden, sie hat gar kein Bett.

Im-Seon hat sieben Jahre als Krankenschwester in Berlin gearbeitet und spricht daher fließend Deutsch, was für uns eine große Erleichterung ist. Sie hat für uns Sauerkraut mit Würstchen und Kartoffeln zubereitet, und morgens gibt es sogar Brötchen mit Marmelade. Es ist schön, vertraute Kost essen zu können, aber wir haben auch genug Gelegenheit zu erfahren, was die koreanische Küche noch an exotischer Varianz zu bieten hat.

Am späteren Nachmittag gehen wir zu viert in die Einkaufsstraßen [Bild]Straßenszene - in Kangnam
Straßenszene
von Kangnam, dem Viertel, in dem Im-Seon wohnt. Die Straßen sind sehr belebt, und es gibt viele Einkaufsmöglichkeiten.

Abends spazieren wir weiter [Bild]Diesen Tempel der Zivilisation - sehen wir immer in der Ferne und streben ihm entgegen
Diesen Tempel der Zivilisation
und kommen in ein Wohnviertel, in dem es scheint, als wollten sich die Behausungen gegenseitig an Protz und Prunk übertreffen; es ist offensichtlich ein Viertel der Schwerreichen. Die Häuser sind teilweise mit großen und aufwendig bepflanzten Gartenanlagen [Bild]Netter Garten -
Netter Garten
versehen und auch architektonisch äußerst individuell und abwechslungsreich konzipiert und stehen damit in starkem Kontrast zu der Wohnsituation, in welcher wohl die Mehrzahl der Koreaner lebt.

Umgeben sind die Anwesen von hohen Mauern [Bild]Mauer - um ein edles Anwesen
Mauer
, nicht selten gar mit Eisenspitzen gespickt. Massive und stets sorgfältig verschlossene Tore verhindern leider meist einen näheren Einblick [Bild]Miriam linst - in einen der üppigen Vorgärten
Miriam linst
in die üppigen Vorgärten [Bild]Vorgarten - üppig-wuchernd
Vorgarten
. Immerhin sind die Tore manchmal schön verziert [Bild]Ein schönes Tor -
Ein schönes Tor
. Überall sind Warnhinweise von verschiedensten Sicherheitsfirmen an den Steinmauern befestigt, um potentielle Diebe schon im Vorfeld abzuschrecken.

Zwischendurch treffen wir auch auf ein unbebautes Grundstück [Bild]Baugrund - was hier wohl gebaut werden soll?
Baugrund
. Es ist allerdings etwas unklar, ob hier bald etwas gebaut wird, oder ob es brach liegt.

Weiter gehend [Bild]Straßenszene - auf der Suche nach weiteren Kuriositäten
Straßenszene
kommen wir an einer großen, zwar abendländischem Stil nachempfundenen, aber eher neu aussehenden evangelischen Kirche [Bild]Christliche Kirche -
Christliche Kirche
vorbei. Sie ist eigentlich geschlossen, aber ein Kirchenwart schließt für uns auf. Das Innere ist riesig, und auf Andreas' Frage, wie viele Menschen hier normalerweise seien, sagt er 5000. Die evangelische Kirche hat in Korea offensichtlich großen Zulauf und viel Geld!

Wir gehen zurück zur Hauptstraße und nehmen für das letzte Stück ein Taxi für günstige 2200 Won. Zu Hause hat Im-Seon leckeres Essen vorbereitet, wir unterhalten uns und planen mit großer Hilfe von Im-Seon und ihrem Sohn Su-Dong den weiteren Verlauf der Reise.


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