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04. Hanog-Maeul, Jogyesa, Changdeokgung

Früh morgens um halb sieben stören die lautstarken Maemis [Bild]Ein Maemi - Diese furchteinflößenden Tiere sind also für den Krach verantwortlich!
Ein Maemi
unsere noch empfindlichen Ohren. Im-Seon und Su-Dong sind sowieso schon aufgestanden, da Su-Dong um halb acht zu seiner Zivildienststelle musste.

Also stehen auch wir auf, finden uns zu spontaner Morgengymnastik [Bild]Meister Philipp - leitet an zur Morgengymnastik für einen guten Start in den Tag
Meister Philipp
zusammen und verrichten wichtige Geschäfte [Bild]Richard - beim Versuch, seine Hose zu trocknen
Richard
um einen reibungslosen Tagesablauf zu gewährleisten.

Anschließend gibt es ein reichliches Frühstück auf europäische Art, das Im-Seon für uns bereitet hat. Nach dem Essen klären wir verschiedene Dinge, zum Beispiel buchen wir den Flug für morgen nach Jeju.

Gegen halb elf machen wir uns auf den Weg zur U-Bahn, um zur Station Chungmuro zu fahren und Sang-Hyeok zu treffen. Mit ihm ziehen wir los zum Korea House [Bild]Ein traditionelles Haus -
Ein traditionelles Haus
und dem sich anschließenden Museumsdörfchen Hanog-Maeul [Bild]Das Museumsdörfchen Hanog-Maeul - Im Hintergrund der Berg Namsan mit dem Fernsehturm
Das Museumsdörfchen Hanog-Maeul
.

Die einstöckigen Holzhäuser hier stehen etwas erhöht auf tragenden Holzbalken, der Abstand zwischen Hausboden und Erde wurde früher, als Fußbodenheizung verwendet, indem man ein Feuer im Zwischenraum entfachte. So spendete der Fußboden an kalten Wintertagen eine wohlige Wärme. Da man sich damals noch mehr als heute auf dem Fußboden aufhielt, war dieses Heizsystem sehr wichtig.

Die Einrichtung der kleinen, parzellenartigen Zimmer [Bild]Blick in ein Zimmer -
Blick in ein Zimmer
, die nur durch dünne Papierwände voneinander getrennt sind, wirkt schlicht. Jedes Möbelstück erfüllte eine klare Aufgabe, Ziermöbel sind kaum zu entdecken. In den meisten Zimmern sind die typischen Sitzkissen zu sehen, meist zusammen mit einem Tischchen, dazu ein schmaler Holzschrank und ein niedriges Holzbett, das stellt in der Regel schon die gesamte Zimmereinrichtung dar. Zusätzliche Möbel, wie zum Beispiel Schreibständer oder kleinere Holzkommoden, bilden eher die Ausnahme.

Außer den Häusern selbst sind auch noch ein paar andere Dinge zu sehen, die man im Dorfalltag benötigte. So entdecken wir eine abenteuerliche Maschine [Film]Philipp - demonstriert fachmännisch die Funktionsweise der alten Zerstoßmaschine
Philipp
, die vermutlich zum Zerstoßen von Körnern oder Ähnlichem diente. Es ist eine Art Wippe, auf deren vorderem Ende man steht und an derem hinteren Ende ein Stößel befestigt ist. Wenn man sich mittels eines Seils hochzieht, senkt sich der Stößel durch sein eigenes Gewicht. So ganz wurde uns allerdings der kraftmäßige Vorteil dieser Konstruktion nicht klar, da man ja gar nicht sein eigenes Gewicht zum Zerstoßen benutzt. Denkbar wäre, dass die Konstruktion den Sinn hat, dass man die Stärke unabhängig vom Körpergewicht des Benutzers einstellen kann, indem man unterschiedlich schwere Gewichte auf das Ende mit dem Stößel legt.

Auch einen Platz mit kleinen Spielen gibt es. Hier versuchen wir uns an einem Wurfspiel [Bild]Richard und Miriam - spielen ein Spiel, bei dem man Bambusstöckchen in waagerecht an Ständern befestigte Ringe werfen muss
Richard und Miriam
, bei dem man mit Bambusstöckchen in ein Stückchen entfernt waagerecht an Ständern befestigte Ringe treffen muss.

Nach einer kleinen Erfrischung [Bild]Richard - genießt das leckere Trinkwasser
Richard
zieht es uns in ein Restaurant, in dem wir zu Mittag essen. Es gibt reichlich Kimbab-Variationen und Nudelsuppe. Hinterher gehen wir zu einer katholischen Kathedrale [Bild]Eine katholische Kathedrale - Das erste gothische Ziegelbauwerk in Korea! Gebaut 1894 bis 1898
Eine katholische Kathedrale
von 1900 mit Gläsern wie aus dem Mittelalter, allerdings bloß mit Blumenmotiven und auch sonst recht schlicht gehalten. Anschließend laufen wir zum Tapgol Park, in dem sich eine 12-stöckige Pagode befindet.

Weiter geht es zum buddhistischen Tempel Jogyesa, ein weiterer interessanter Ort. Von außen ähnelt der Tempel einer reich verzierten Holzpagode, das Dach mit grüner und die Seitenwände mit roter Farbe angestrichen. Das Innere bildete einen vollkommenen Kontrast zu christlichen Kirchengebäuden; wirken diese eher dominant und bedrückend, so ist die Atmosphäre im Buddha-Tempel wesentlich freundlicher. Die Türen stehen weit geöffnet, die farbenfrohe Gestaltung und kunterbunten Gabentische, auf denen von Coca-Cola Flaschen bis zum Schokoriegel alles anzutreffen ist, verleihen dem Tempel eine eher bizarr-weltliche Atmosphäre. Eine große Buddha-Statue und mehrere kleinere bilden – in golden-glänzender Färbung – den Mittelpunkt des Tempelraumes.

Hinter dem Tempel [Bild]Der Platz hinter Jogyesa - Hier kann man Kerzen und Räucherstäbchen anzünden oder sich einfach ausruhen
Der Platz hinter Jogyesa
ruhen wir uns eine Weile aus und sehen den Leuten zu. Manch eine findet auch ihren persönlichen Fächelassistenten [Bild]Ausruhen -
Ausruhen
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Wir treffen auch auf einige buddhistische Mönche [Bild]Ein buddhistischer Mönch - mit dem wir kurz redeten und der sich fotografieren ließ
Ein buddhistischer Mönch
, sie sind in lange, braun-graue Stoffgewänder gehüllt, der Kopf ist kahlgeschoren. Bisher waren alle Mönche sehr freundlich und offen, nur werden manche nicht gerne fotografiert. Im Tempel wirde gerade eine Zeremonie abgehalten, ein Vorsinger leitet einen Singsang ein, in den die Anwesenden einstimmen.

Anschließend bummeln wir entlang einer Einkaufsstraße, die mit Läden für buddhistisches Zubehör gespickt ist. In einem Laden versucht sich Andreas mit etwas grundlegender Konversation mit dem Ladenbesitzer [Bild]Besitzer eines Ladens - mit wichtigem buddhistischem Zubehör und Souvenirs
Besitzer eines Ladens
, der daraufhin voller Begeisterung E-Mail-Adressen austauschen will und uns Räucherstäbchen schenkt.

Nun sind wir schon ziemlich weit gegangen, aber es geht noch weiter, bis zum Palast Changdeokgung [Bild]In Changdeokgung -
In Changdeokgung
. Neben dem eigentlichen Hauptgebäude, in dem man eine Art Altar [Bild]Eine Art Altar im Hauptgebäude -
Eine Art Altar im Hauptgebäude
und die hübsch verzierte Decke [Bild]An der Decke - fliegen Holzvögel
An der Decke
bewundern kann, beinhaltet er eine riesige Parkanlage.

Dort treffen wir einen Englischübersetzer [Bild]Der Englischübersetzer -
Der Englischübersetzer
, der von uns unbedingt einen englischen Zeitungstext auf Tonband gesprochen haben will, da er selbst [Bild]Zum Vergleich - liest er den Text auch selber vor
Zum Vergleich
mit einem koreanischen Akzent spricht. Nach dem Vorlesen unterhalten [Bild]Nach dem Vorlesen - diskutiert Richard mit dem Übersetzer über soziologische Fragestellungen
Nach dem Vorlesen
wir uns noch mit ihm und machen einige Fotos. Schließlich müssen wir den Park verlassen, da er schon um 18 Uhr geschlossen wird. Wir bieten ihm an, ihm ein paar der Fotos zu schicken, woraufhin er sehr erfreut ist und im Gegenzug eine wertvolle Kalligraphie schicken will. Er ist nämlich offizieller traditioneller Kalligraph.

Danach treffen wir Seol-Lyeon, mit der wir ebenfalls noch von Deutschland aus in Kontakt gekommen waren. Sie hat am Goetheinstitut anderthalb Jahre Deutsch gelernt und ist sehr nett. Sie erzählt, dass sie eine Nachkommin einer alten Dynastie ist, was uns sehr beeindruckt. Mit ihr suchen wir eines der Teehäuser in Insadong [Bild]Insadong gegen Abend - Wir schlendern und suchen nach einem Teehaus
Insadong gegen Abend
auf und genießen köstlichen Tee mit gepressten und gepufften Reisknöllchen.

Den Rest des Abends verbringen wir mit letzten Reiseplanungen für die nächste Zeit.


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