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22. Sokcho

Während Miriam heute zu Hause [Bild]Morgens - in unserem Hotelzimmer, auf dem beheizten Boden liegen unsere Liegedecken
Morgens
bleibt, ziehen wir zu dritt los ins nahegelegene Sokcho. Wir wollen endlich mal in einer der vielen heißen Quellen, die es hier in Korea gibt, baden. Auf dem Stadtplan haben wir uns zufällig Cheoksan herausgesucht, und nach etwas Gefrage finden wir auch den Weg dorthin.

Eine heiße Quelle hatten wir uns allerdings etwas anders vorgestellt. Wir hatten ja gewusst, dass die Badeörtlichkeiten [Bild]Drei Muskelmänner - in der Umkleide
Drei Muskelmänner
hierzulande etwas prüde nach Männlein und Weiblein getrennt sind, aber dass das Bad aus einem nüchtern gekachelten Raum, einem halbkleinen Becken mit sehr heißem (43°C) und zwei kleinen Becken mit lauwarmem und kühlem Wasser besteht, hatten wir nicht erwartet. Nun gut, es ist trotzdem nett, und an den zahlreichen Wasserhähnen an der Wand frönen wir ein bisschen der Körperpflege, ganz nach Art der Koreaner. Die scheinen dieses gemeinsame Rasieren, Zähneputzen und Einseifen sehr zu schätzen, hatten wir doch schon im Saunahotel in Busan eine ähnliche Einrichtung gesehen.

Nach dem Bad fahren wir mit dem Bus zum Expo-99-Gelände. Hier hatte eine Art kleine Ausgabe einer Weltausstellung stattgefunden, nun ist davon hauptsächlich noch der Aussichtsturm [Bild]Der Expo-Turm -
Der Expo-Turm
übrig. Wir fahren mit dem Aufzug hinauf und genießen den Ausblick [Bild]Aussicht vom Turm - Richtung Seoraksan, wo wir gestern gewandert sind
Aussicht vom Turm
über Sokcho, die typischen Wohnblocks [Bild]Häuserblocks - idyllisch eingebettet in die grünen Berge
Häuserblocks
und die schönen Berge im Hintergrund. Wenn man genau hinschaut, kann man durch die Wolken sogar den Gipfel erkennen, den Philipp und Andreas unter geradezu übermenschlichen Anstrengungen erklommen haben.

Nachdem wir unsere Blicke haben schweifen lassen, fahren wir den Turm hinunter, um uns in Richtung Zentrum zu begeben. Wir entdecken einen Fahrradverleih und entschließen uns spontan, unseren Ausflug für 8000 Won mit einem lustigen Tretauto [Bild]In unserem Vehikel -
In unserem Vehikel
fortzusetzen. Hupend und strampelnd stürzen wir uns in den Stadtverkehr [Bild]Straßenszene in Sokcho - von unserem Tretauto aus
Straßenszene in Sokcho
, und Richard steuert uns kühn durch die Straßenschluchten. Als Nicht-Koreaner auf einem seltsamen Gefährt entlocken wir den meisten Koreanern wenn nicht ein entzücktes Winken und Hupen, so doch mindestens ein verwundertes Schmunzeln.

Wir beschließen unterwegs, einen Travelers-Cheque einzulösen und kaufen uns für den Rückweg ein paar Fischsnacks. Philipp übernimmt nun das Steuer unseres Tretgefährts und ist merklich vom pulsierenden Straßenverkehr überfordert. Zum Linksabbiegen und Verlassen der vielbefahrenen Straße begeben wir uns denn auch mit unserer Eierschale auf die linke der drei Spuren und werden prompt von der Polizei mit Sirene und Blaulicht angehalten. Um dem Gefängnis oder Schlimmerem zu entgehen, entschuldigen wir uns untertänigst für unsere Dummheit, und die Polizei lässt uns mit dem Ratschlag, in Zukunft rechts zu fahren, davonkommen. Nachdem wir den Weg zurück gefunden und unser pedalbetriebenes Vehikel abgegeben haben, beschließen wir, uns die verlorenen Kalorien per Bibimbab wieder einzuverleiben.

Nach dieser köstlichen Stärkung begeben wir uns mit dem Taxi zu dem Park am Meer [Bild]Hafenpanorama -
Hafenpanorama
, in dessen Nähe unser Bus zurück fährt. Wir schlendern ein bisschen über das Parkgelände [Bild]Im Park - diese Skulpturen reizten selbst Koreanerinnen, die ja sonst eher asiatisch-zurückhaltend sind, bestimmte Teile mehr oder weniger ausgiebig zu betasten
Im Park
und entdecken eine Ticketstation für eine U-Boot-Fahrt. Spontan packt uns die Lust, beim nächsten Tauchgang dabei zu sein, und wir erträumen uns kristallklares Wasser und paradiesische Korallenbänke. Nachdem Richard vor der hübschen Verkäuferin seinen Charme spielen lässt, bekommen wir die Tickets zum Schülerpreis für 39.900 Won pro Person.

Die Tour mit dem U-Boot startet von einer nahegelegenen kleinen Insel, zu der wir mit einem normalen Boot fahren [Bild]Blick vom Schiff -
Blick vom Schiff
. Das gelbe U-Boot ist über 100 Tonnen schwer und wurde in Finnland extra für touristische Zwecke hergestellt. Leider haben wir auf dem Tauchgang [Bild]Im U-Boot - unser Kapitän steuert das Boot sicher durch das trübe grüne Wasser
Im U-Boot
auch tatsächlich eher das Gefühl, uns in einer Touristenfalle zu befinden. In 40 Metern Tiefe schrammt das U-Boot an einer kahlen Felswand entlang, und die kleinen silbernen Fischlein, die wir unterwegs im trüben Wasser sehen, sind auf jeder Seeplatte hübscher.

Wir halten weiter Ausschau [Bild]Gebannt - schauen alle durch ihre jeweiligen Bullaugen, bereit, jeden Moment der furchtbaren Riesenkrake gegenüber zu sitzen, die hier ihr Unwesen treiben soll
Gebannt
. Beeindruckend ist ein Oktopus [Bild]Hilfe! - Wir schauen dem sicheren Tod ins Auge
Hilfe!
, der an unserer Scheibe klebt; jedoch nicht freiwillig, sondern erst, nachdem ihn ein eigens dafür angestellter Taucher dort festgemanscht hat – kurzes Winken plus Polaroidfoto inklusive. Auch die kleinen silbernen Fischlein lassen sich nicht freiwillig von uns begaffen, sondern werden vom Taucher [Bild]Oho, was ist das? - Ein seit Jahrtausenden ausgestorben geglaubter schwarzer Tiefseefisch?
Oho, was ist das?
mit bräunlichem Schleim vor das U-Boot gelockt [Bild]Was auch immer - es muss ganz schön stinken, dass es so viel Ungeziefer hinter sich her zieht
Was auch immer
, von wo sie dann bald wieder verschwinden [Bild]Die Sicht klärt sich wieder - und wir haben wieder ungehinderten Blick ins trübe Grün
Die Sicht klärt sich wieder
. Nach diesem Spektakel machen wir uns wieder auf den Weg [Film]Unser Gefährt - setzt sich wieder in Bewegung, und wir verlassen die farbenprächtige Unterwasserwelt
Unser Gefährt
nach oben [Bild]Wieder an der Wasseroberfläche -
Wieder an der Wasseroberfläche
.

Die Veranstalter geben sich zwar alle Mühe, das Spektakel mit Handschlag, gelben Miniröcken und Abschiedsbild aufzumöbeln, doch leider stinken die Gratishandtücher, die jeder Gast auf der Rückfahrt bekommt, nach Motoröl. Um eine Erfahrung reicher und 39.000 Won ärmer begeben wir uns auf den Rückweg [Bild]Fröhlich flattert die Flagge - zu der lustigen Musik auf dem Schiff
Fröhlich flattert die Flagge
.

Der uns sich dabei bietende Blick [Bild]Blick - nach Sokcho und Seoraksan
Blick
ist weitaus spektakulärer als die Eindrücke unserer Tauchfahrt, also sehen wir es positiv und freuen uns darüber.


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